<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Pca |</title><link>http://kalz.cc/tags/pca/</link><atom:link href="http://kalz.cc/tags/pca/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><description>Pca</description><generator>HugoBlox Kit (https://hugoblox.com)</generator><language>en-us</language><lastBuildDate>Tue, 08 Sep 2026 09:36:59 +0200</lastBuildDate><image><url>http://kalz.cc/media/icon_hu_1c0e9cb08cfb822a.png</url><title>Pca</title><link>http://kalz.cc/tags/pca/</link></image><item><title>Future Skills 2030. Wie belastbar ist das neue Framework?</title><link>http://kalz.cc/2026/09/08/future-skills-2030.-wie-belastbar-ist-das-neue-framework/</link><pubDate>Tue, 08 Sep 2026 09:36:59 +0200</pubDate><guid>http://kalz.cc/2026/09/08/future-skills-2030.-wie-belastbar-ist-das-neue-framework/</guid><description>&lt;p&gt;Der Stifterverband hat sich u.a. auf Basis meiner kritischen Analyse von Future-Skills-Modellen und Frameworks (Kalz, 2023) daran gemacht, ein sog. &amp;ldquo;Future Skills Framework 2030&amp;rdquo; zu erarbeiten. Dabei wurde vor allem im
die Vorgehensweise transparent gemacht, was es mir überhaupt ermöglicht, die Entstehung des aktualisierten Frameworks nachzuvollziehen (Gehrs, Horstmann, Kunz, Eigbrecht et al., 2025).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich arbeite mit meinen Doktorand:innen auch an unterschiedlichen Frameworks und Modellen und wir orientieren uns dabei an allgemein akzeptierten Vorgehensweisen, um theoretische Konzepte auch mit Daten zu unterfüttern. Damit versuchen wir, in einem langwierigen Verfahren unsere Annahmen über mehrere Schritte und mit unabhängigen Datenerhebungen zu bestätigen oder zu verwerfen. Dies ist ein recht aufwändiger Prozess und selbst nach der Einreichung bei einer Zeitschrift vergehen oft noch Monate, bis wir allen Anforderungen der Gutacher:innen gerecht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da im Policydiskurs der Hochschulbildung recht selten dieser Prozess der uabhängigen Begutachtung eine Rolle spielt, habe ich mir den wissenschaftlichen Bericht zum Future Skills Framework 2030 in einer Peer-Reviewer-Rolle angesehen. Dabei war es u.a. das Ziel der Arbeit herauszufinden, ob die abgeleiteten Zukunftskompetenzen &amp;ldquo;empirisch gestützt werden&amp;rdquo; können (S. 17). Als weiteres Ziel wurde formuliert, dass die &amp;ldquo;Passung der theoretisch postulierten Modellstruktur mit den vier Kategorien „Grundlegende Zukunftskompetenzen“, „Transformative Zukunftskompetenzen“, „Gemeinschaftsorientierte Zukunftskompetenzen“ und „Digitale Zukunftskompetenzen“ untersucht werden&amp;rdquo; sollte (S. 17). Genau hier setzt meine Kritik an.&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Die Vorgehensweise hat nicht direkt Selbstzuschreibungen von Kompetenzen im Fokus gehabt, sondern wahrgenommene Wichtigkeit. Das ist ein bedeutungsvoller Unterschied, da das Modell damit eine Taxonomie von Wichtigkeitszuschreibungen analysiert und keine Kompetenzsstruktur im psychometrischen Sinne.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Die Autor:innen haben sich für eine Hauptkomponentenanalyse anstatt einer Faktorenanalyse entschieden. Diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen, da die PCA zur Datenreduktion auf Basis der Analyse der gesamten Varianz nützlich ist, aber nicht zur Identifikation von Faktoren und zur Identifikation von Zusammenhängen. Warum hier keine explorative und konfirmatorische Faktorenanalyse durchgeführt wurde, erschließt sich mir nicht. Damit kann aus meiner Sicht nicht von einer wirklichen empirischen Bestätigung des Frameworks ausgegangen werden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Am meisten hat mich überrascht, dass im Bericht unter Tabelle 5 eine 5-Komponenten-Struktur dargestellt wird, die zeigt, dass es zahlreiche Kreuzladungen gibt. In einer Faktorenanalyse würde man nun so lange die Items reduzieren, bis man keine Kreuzladungen und niedrigen Ladungen mehr hat und dann die finale Faktorenstruktur berichten (Ziel ist eine sogenannte &amp;ldquo;simple structure&amp;rdquo;). Im Bericht hat man sich aber anders entschieden:&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;Diese Ergebnisse bestätigen die in Kap. 3.3 bereits angesprochene, nicht überschneidungsfreie Zuordnung einzelner Kompetenzen zu den nicht vollkommen trennscharfen Kategorien. In der kritischen Abwägungzwischen wissenschaftlicher Präzision einerseits und Kommunizierbarkeit der Ergebnisse in der Breite andererseits wurde die Entscheidung getroffen, bei den vier vorgeschlagenen Kategorien zu bleiben und das Framework nicht weiter zu unterteilen. Aus Sicht der Taskforce stärken die Ergebnisse der Analysen das neue Modell insgesamt.&amp;rdquo; (S. 24)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl man als Ergebnis fünf Hauptkomponenten erhalten hat, entscheidet man sich dafür, bei vier Kategorien zu bleiben? Im Rahmen eines Peer-Reviews hätte solch eine Argumentation niemals Bestand gehabt. Wenn man nun noch die entsprechenden Items mit Kreuladungen entfernt und nur von der Datenstruktur ausgeht, sähen die Schlussfolgerungen komplett anders aus. Im Grund zeigt das Modell dann drei bekannte Konstrukte: Medienkompetenz, Selbstregulation und Kommunikation/Kooperation. Dazu kommt noch eine Komponente &amp;ldquo;Demokratie und Teilhabe&amp;rdquo; und ein Faktor &amp;ldquo;Innovation&amp;rdquo;. Aus diesem Gesamtbild würde ich dann ableiten, dass dies alles sehr bekannte Konstrukte sind und mir die Frage stellen, ob das tatsächlich den Aufwand rechtfertigt, der in die Enwicklung der sog. &amp;ldquo;Future Skills&amp;rdquo; geflossen ist und noch fließt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Ableitungen sind aber aufgrund der methodischen Einschränkungen mit Vorsicht zu genießen, da wahrscheinlich mit einer EFA/CFA eine andere Struktur das Ergebnis wäre. Um dies einmal nachzuvollziehen habe ich den Stifterverband um die Rohdaten gebeten und werde eine Replikation der Analyse vornehmen, falls man die Daten teilen wird.&lt;/p&gt;
&lt;h4 id="references"&gt;References&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Gehrs, V., Horstmann, N., Kunz, A. M., Eigbrecht, L., Benick, M., Matthes, W., Hannken-Illjes, K., Johannsen, T., Blum, S., Dippelhofer, S., Frank, S., Sutter, C., Hildermeier, L., Sandmeir, A., Koch, H., Rampelt, F. (2025). &lt;em&gt;Future Skills 2030. Wissenschaftlicher Bericht zum aktualisierten Framework für Zukunftskompetenzen&lt;/em&gt;. Stifterverband. Berlin.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kalz, M. (2023). Zurück in die Zukunft? Eine literaturbasierte Kritik der Zukunftskompetenzen. &amp;lsquo;MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie Und Praxis Der Medienbildung*, 2023 (Occasional Papers), 332–352.
&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>